MPU Glossar – Wichtige Begriffe einfach erklärt
Unser MPU Glossar bietet eine prägnante Erklärung der wichtigsten Begriffe rund um die Medizinisch-Psychologische Untersuchung.
Hier finden Sie alles Wichtige von Abstinenznachweisen über medizinische Untersuchungen bis hin zu verkehrspsychologischen Beratungen. Perfekt, um sich schnell und unkompliziert einen Überblick zu verschaffen
Kein Begriff gefunden. Fragen Sie uns gerne direkt im kostenlosen Erstgespräch.
A
Abstinenznachweis
Ein lückenloser Nachweis, dass Sie über einen festgelegten Zeitraum keinen Alkohol bzw. keine Drogen konsumiert haben. Sie erbringen ihn durch unangekündigte Urinkontrollen oder Haaranalysen. Damit die Begutachtungsstelle ihn anerkennt, muss er die CTU-Kriterien erfüllen.
Abstinenzprogramm
Vertrag mit einem anerkannten Labor über regelmäßige, unangekündigte Abstinenzkontrollen. Üblich sind Programme über sechs Monate mit mindestens vier oder über zwölf Monate mit mindestens sechs Urinkontrollen. Wie lange Sie Abstinenz nachweisen müssen, hängt von Ihrer Vorgeschichte ab.
Akteneinsicht
Ihr Recht, die Führerscheinakte bei der Fahrerlaubnisbehörde einzusehen. Die Begutachtungsstelle bekommt genau diese Akte. Deshalb sollten Sie vor der MPU wissen, was darin steht.
Alkoholmissbrauch
Fachbegriff aus der Fahreignungsbegutachtung: Jemand kann Alkoholkonsum und Fahren nicht sicher trennen. Hinweise darauf sind zum Beispiel eine Fahrt mit 1,6 Promille oder mehr oder wiederholte Alkoholauffälligkeiten.
Anordnung (Gutachtenanordnung)
Schreiben der Fahrerlaubnisbehörde, mit dem sie eine MPU verlangt. Es enthält die konkrete Fragestellung und eine Frist. Legen Sie das Gutachten nicht rechtzeitig vor, darf die Behörde nach § 11 Abs. 8 FeV auf fehlende Fahreignung schließen.
B
BAK (Blutalkoholkonzentration)
Gibt den Alkoholgehalt im Blut in Promille an. Ab 0,5 ‰ droht ein Bußgeld, ab 0,3 ‰ mit Ausfallerscheinungen und ab 1,1 ‰ liegt eine Straftat vor. Ab 1,6 ‰ ordnet die Behörde eine MPU an. Schon ab 1,1 ‰ kann sie eine MPU verlangen, wenn trotz des hohen Werts keine Ausfallerscheinungen vorlagen. Für Fahranfänger gilt 0,0 ‰.
BASt (Bundesanstalt für Straßenwesen)
Bundesbehörde, die unter anderem die Träger von Begutachtungsstellen für Fahreignung und von Kursen nach § 70 FeV akkreditiert. Sie sorgt so für einheitliche Qualitätsstandards.
Begutachtungsstelle für Fahreignung (BfF)
Stelle, die die MPU durchführt. Sie ist amtlich anerkannt, und ihr Träger ist von der BASt akkreditiert. Die Begutachtungsstelle wählen Sie selbst aus, die Kosten tragen Sie.
Beurteilungskriterien
Fachliches Regelwerk der Fachgesellschaften für Verkehrspsychologie und Verkehrsmedizin. Gutachter prüfen danach, ob eine Verhaltensänderung ausreichend und stabil ist. Gute Vorbereitung orientiert sich deshalb an diesen Kriterien.
Betäubungsmittelgesetz (BtMG)
Regelt den Umgang mit Betäubungsmitteln wie Kokain, Amphetamin oder Heroin. Bei diesen sogenannten harten Drogen genügt für den Entzug der Fahrerlaubnis bereits ein einmaliger Konsum. Cannabis fällt seit April 2024 nicht mehr unter das BtMG, sondern unter das KCanG.
C
Cannabis und THC
THC ist der berauschende Wirkstoff im Cannabis. Seit August 2024 gilt im Straßenverkehr ein Grenzwert von 3,5 ng/ml THC im Blutserum. Eine MPU wegen Cannabis ordnet die Behörde nach § 13a FeV an, etwa bei Cannabismissbrauch oder wiederholten Verstößen.
CTU-Kriterien
Chemisch-toxikologische Anforderungen an Abstinenzkontrollen. Dazu gehören unter anderem kurzfristige, unangekündigte Einbestellungen, eine Sichtkontrolle bei der Urinabgabe und die Auswertung in einem forensisch akkreditierten Labor. Nur Nachweise nach diesen Kriterien erkennt die MPU an.
E
EtG (Ethylglucuronid)
Abbauprodukt des Alkohols, das Labore in Urin und Haaren nachweisen. Im Urin zeigt EtG einen Konsum der letzten Tage, im Haar über mehrere Monate. Deshalb ist EtG der wichtigste Marker für Alkoholabstinenz.
F
Fahreignung und Fahrtüchtigkeit
Fahreignung beschreibt die dauerhafte körperliche und geistige Eignung zum Führen eines Fahrzeugs. Fahrtüchtigkeit meint dagegen die momentane Fähigkeit, etwa nach Alkoholkonsum. Die MPU prüft die Fahreignung.
Fahrerlaubnisbehörde
Die Führerscheinstelle Ihrer Stadt oder Ihres Kreises. Sie entscheidet über Entzug und Neuerteilung der Fahrerlaubnis und ordnet die MPU an.
Fahrverbot und Entzug
Bei einem Fahrverbot dürfen Sie für ein bis drei Monate (als Strafe bis sechs Monate) nicht fahren, behalten aber Ihren Führerschein. Beim Entzug erlischt die Fahrerlaubnis dagegen. Nach Ablauf der Sperrfrist müssen Sie sie neu beantragen, oft mit MPU.
G
Gutachten (positiv / negativ)
Ergebnis der MPU. Ein positives Gutachten bestätigt Ihre Fahreignung, ein negatives verneint sie. Das Gutachten erhalten Sie als Auftraggeber und entscheiden selbst, ob Sie es der Behörde vorlegen.
Gutachten mit Kursempfehlung
Der Gutachter sieht noch kleine Defizite, hält sie aber durch einen Kurs nach § 70 FeV für behebbar. Nach erfolgreicher Teilnahme kann die Behörde die Fahrerlaubnis ohne erneute MPU erteilen.
Unsicher, was bei Ihrer MPU auf Sie zukommt?
Wir schauen uns Ihre Akte und Ihre Situation in einem kostenlosen Erstgespräch an und erklären Ihnen die nächsten Schritte.
H
Haaranalyse
Abstinenznachweis über eine Haarprobe. Kopfhaar wächst etwa einen Zentimeter pro Monat, drei Zentimeter decken also rund drei Monate ab. Die Haare dürfen nicht gefärbt, gebleicht oder getönt sein.
K
KCanG (Konsumcannabisgesetz)
Gesetz, das seit dem 1. April 2024 Besitz und Konsum von Cannabis für Erwachsene in Grenzen erlaubt. Für den Straßenverkehr gelten trotzdem eigene Regeln: THC-Grenzwert und mögliche MPU nach § 13a FeV.
Kontrolliertes Trinken
Je nach Vorgeschichte verlangt die MPU entweder vollständige Abstinenz oder einen stabil kontrollierten Umgang mit Alkohol. Welches Ziel für Sie gilt, hängt unter anderem von Ihren Promillewerten ab.
M
Medizinische Untersuchung (MU)
Teil der MPU, bei dem ein Arzt Ihre körperliche Gesundheit prüft. Dazu gehören Gespräch, körperliche Untersuchung und je nach Anlass Blut- oder Urinwerte. Hier zeigt sich zum Beispiel, ob Leberwerte auf Alkoholkonsum hinweisen.
MPU (Medizinisch-Psychologische Untersuchung)
Untersuchung, mit der eine Begutachtungsstelle Ihre Fahreignung prüft. Sie besteht aus Fragebögen, medizinischer Untersuchung, Leistungstest und psychologischem Gespräch. Häufige Anlässe sind Alkohol, Drogen, Punkte und Straftaten.
MPU-Anlässe
Eine MPU ordnet die Behörde vor allem an bei Alkohol, Drogen, Punkten und Verkehrsverstößen sowie bei Straftaten mit Aggressionspotenzial. Jeder Anlass hat eigene Schwerpunkte im Gespräch.
O
Obergutachten
Zusätzliches Gutachten einer besonders qualifizierten Stelle, wenn ein MPU-Gutachten Zweifel lässt. Obergutachten sind heute selten.
P
Psychologisches Gespräch (Exploration)
Kernstück der MPU. Der Gutachter prüft, ob Sie die Ursachen Ihres Fehlverhaltens verstanden und Ihr Verhalten stabil geändert haben. Auswendig gelernte Antworten erkennt er in der Regel schnell.
Punkte in Flensburg (Fahreignungsregister)
Verstöße werden im Fahreignungsregister mit Punkten bewertet. Bei acht Punkten entzieht die Behörde die Fahrerlaubnis. Eine neue Fahrerlaubnis gibt es frühestens nach sechs Monaten, und die Behörde verlangt dafür in der Regel eine MPU.
Probezeit
Für Fahranfänger gilt eine Probezeit von zwei Jahren. Schwere Verstöße führen zu einem Aufbauseminar und verlängern die Probezeit auf vier Jahre. Außerdem gilt in der Probezeit und bis 21 Jahre ein absolutes Alkoholverbot.
R
Reaktionstest / Leistungstest
Computergestützter Test, zum Beispiel mit dem Wiener Testsystem. Er prüft Konzentration, Aufmerksamkeit, Belastbarkeit und Reaktionsgeschwindigkeit. Mit etwas Übung und ausgeschlafen ist er meist gut zu bestehen.
Rückfallprophylaxe
Strategien, mit denen Sie einen Rückfall in alte Muster verhindern. Im psychologischen Gespräch sollten Sie konkret erklären können, wie Sie mit Risikosituationen umgehen.
S
Sperrfrist
Zeitraum, den das Gericht nach § 69a StGB festlegt und in dem Sie keine neue Fahrerlaubnis bekommen. Sie beträgt meist sechs Monate bis fünf Jahre. Das Gericht kann sie frühestens nach drei Monaten vorzeitig aufheben, etwa nach einem anerkannten Kurs.
T
Trennungsvermögen
Fähigkeit, Konsum und Fahren zuverlässig zu trennen. Bei Cannabis und Alkohol ist das Trennungsvermögen eine zentrale Frage der MPU.
U
Urinkontrolle (Urinscreening)
Unangekündigte Urinprobe unter Sichtkontrolle. Sie weist Drogen sowie über EtG auch Alkohol der letzten Tage nach. Für die MPU zählen nur Kontrollen nach CTU-Kriterien.
V
Verkehrsmedizin
Medizinisches Fachgebiet, das die körperlichen und gesundheitlichen Voraussetzungen der Fahreignung beurteilt. In der MPU übernimmt ein Verkehrsmediziner die medizinische Untersuchung.
Verkehrspsychologe
Psychologe mit Schwerpunkt auf Verhalten im Straßenverkehr. Er arbeitet als Gutachter in der MPU oder unterstützt Sie in Beratung und Therapie bei der Vorbereitung.
Verkehrstherapie
Verkehrspsychologische Einzelarbeit, in der Sie die Ursachen Ihres Fehlverhaltens aufarbeiten und neue Strategien entwickeln. Eine Bescheinigung darüber kann Ihre Verhaltensänderung in der MPU belegen.
Bereit für die MPU-Vorbereitung?
Ob Alkohol, Drogen, Punkte oder Straftaten: Wir bereiten Sie individuell und ehrlich auf Ihre MPU vor.
